Stadien der finanziellen Freiheit

Meine drei Stadien der finanziellen Freiheit

Die verschiedenen Stadien der finanziellen Freiheit

Wenn man den Begriff ‚finanzielle Freiheit‘ hört, denkt man oft als erstes an ’nicht mehr arbeiten gehen‘, Cocktails mit Schirmchen und Reisen um die Welt, ohne sich Gedanken ums Geld machen zu müssen.

Für dieses Ziel muss man aber eine enorme Summe angespart haben.
Deshalb definiere ich für mich persönlich die finanzielle Freiheit etwas anders.
Bzw. ich habe mental die finanzielle Freiheit in mehrere Stadien eingeteilt.

1. Stadium 10.000€

Für mich persönlich fängt die finanzielle Freiheit schon recht früh an.
So bei ca. 10.000€
Warum diese Summe?
Mit 10K Euro ist man für die meisten (eher kleineren) Situationen im Leben gewappnet, die einen finanziell aus der Bahn werfen können.

Hat man diese Summe angespart, braucht man sich keine Gedanken über eine defekte Spülmaschine, einen Defekt am Auto oder eine spontan angesagte Klassenfaht machen.
10tsd Euro reichen für diese Zwecke locker aus – selbst wenn alles zur gleichen Zeit geschehen sollte.

Viele werden jetzt sicher sagen, dass eine Klassenfahrt oder eine Spülmaschine die den Geist aufgegeben hat, kein Grund für Besorgnis sind.
Es gibt aber sehr, sehr viele Menschen – oft Familien – bei denen selbst solche, noch recht kleinen Summern, die Schweißperlen auf der Stirn aufkommen lassen.

Es ist für mich ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich mir über solche alltäglichen Sachen keine Gedanken machen muss.

2. Stadium 100.000€

Diese Summe ist für mich und vermutlich die meisten Anleger eine mentale Hürde, die man am liebsten so schnell wie möglich hinter sich bringen möchte.
Man betritt einen neuen Bereich.
Psychisch macht sich bei vielen Menschen beim überschreiten dieser Summe ein Wandel bemerkbar.
Man wird lockerer.
Ängste wie ein Verlust der Arbeitsstelle, größere Umstellungen im Leben usw. bekommen einen ganz neuen Stellenwert.
Sie rücken nach hinten.
Man muss keine große Angst mehr haben.
Sollte man den Job verlieren, kann man sich mit 100tsd. Euro gut ein paar Jahre über Wasser halten, ohne Angst haben zu müssen gleich alles zu verlieren.
Ein unglaublich befreiendes Gefühl.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass sich der Zinseszins bei solchen Summen deutlich spürbarer zeigt, als bei kleineren Summen.
Das motiviert weiter am Ball zu bleiben und sich nicht auf seinen Erfolgen auszuruhen.

3. Stadium 500-700tsd Euro – und mehr

Die Königsklasse – das wo vermutlich jeder Sparer eines Tages ankommen möchte.
Ich für meinen Teil sehe 500-700tsd Euro als ‚erfolgreiche‘ finanzielle Freiheit an.
Ab dieser Summe kann man sich nämlich wirklich Gedanken darüber machen, ob man noch arbeiten gehen möchte oder ob man von den Dividenden bzw. nach der 4% Entnahmeregel leben möchte.

Natürlich erlaubt diese Summe noch keinen extravaganten Lebensstil – dessen muss man sich bewusst sein.
Aber man ist nicht mehr gezwungen arbeiten zu gehen.
Alleine dieses Gefühl ist unbezahlbar.
Man kann sich einen Job suchen auf den man wirklich Lust hat, auch wenn dieser schlecht bezahlt ist oder man kann eigene Projekte verwirklichen.

Wer den Lambo-Malediven-Yacht-Monaco-Lifestyle möchte, der muss noch eine Weile weiter sparen.
Ich denke den etwas abgehobeneren Lebensstil kann man sich mit >5 mio Euro erlauben.

Diese Summe (500-700tsd) ist meiner Meinung nach auch eine realistische Summe, die man als Arbeitnehmer ohne zu erben o.ä. erreichen kann, sofern Disziplin und Geduld vorhanden sind.

Wie man sieht, fällt es mir schwer die finanzielle Freiheit genau zu definieren bzw. zu sagen, wann genau diese erreicht ist.
Jeder versteht unter der finanziellen Unabhängigkeit etwas anderes – dies ist meine Vorstellung 🙂

 

 

Wie schaut es bei Euch aus?
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Wie immer gilt: Meine Einträge geben nur meine persönliche Einstellung als Privatanleger wieder und sind nicht als Anlageberatung, Investmentempfehlung oder ähnliches zu verstehen. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit der Angaben und hafte auch nicht für jegliches Handeln der Leser. Jeder der im Finanzmarkt aktiv ist, tut dies auf eigene Gefahr und muss sich selbst über die Risiken informieren. Es besteht z.B. immer das Risiko eines Totalverlustes. Von daher seht meinen Blog und die Beiträge bitte nur als Inspiration bzw. als Denkanstoß.

10 Kommentare

  1. Ich bin da bei Karl und Wolfgang,

    ohne einen aus dem Vermögen resultierenden Cash Flow würde ich persönlich auch nicht unbedingt von finanzieller Freiheit sprechen. Ich glaub meine Definition ist da einfach anders.

    Meine Immobilien haben z.B. durch den Boom stark an Wert gewonnen, aufgrund der langfristigen Mietverträge (und auch der Mietpreisbremse) sind die Mieten aber nicht nachgezogen.
    Insofern findet das alles nur auf dem Papier statt und hat erstmal keinen Einfluss… und ändert auch meinen finanziellen Freiheitsstatus nicht würd ich sagen.

    Viele Grüße,
    Axel

    1. Hi Axel,

      das ist auch einer der Gründe warum ich kein Freund von Wohneigentum bin.
      Du könntest doch aber auch deine Immobilien verkaufen und mit dem Geld machen was du willst – in Dividenden Aktien stecken o.ä.

  2. Toller Artikel, danke dafür!
    Ja, man kann aufhören zu arbeiten wenn man finanziell frei ist – man muss es aber nicht.
    Ich persönlich will auch gar nicht komplett aufhören zu arbeiten. Stattdessen – wie du es auch im Artikel und in einem Kommentar erwähnst – einen Job annehmen der vielleicht nicht so gut bezahlt ist, aber mir viel Spaß macht. Oder im gutbezahlten Job die Stundenanzahl drastisch reduzieren.

    Ich habe/hatte nicht die großen Freiheitsgefühle von denen im Artikel und in Jennys Kommentar berichtet wird. Vielleicht weil wir das gemeinsam stemmen und was Gebrauchtes kaufen, wenn in meiner WG ein Auto oder eine Waschmaschine kaputt gehen.
    Allerdings, seit mein Depot fünfstellig ist fühlt sich das schon gut an. Ich freue mich auf die Zeiten in denen es sechsstellig sein wird.

  3. Finde deine grobe Aufteilung gut! Ich denke, da sehr ähnlich, hatte aber gedankliche Zwischensteps.
    10k – Waschmaschine, Umzug, alles egal.
    25k – waren für mich noch ein wichtiger Punkt, da kann ich notfalls 2 Jahre von leben.
    50k – ab da fühlte ich mich sehr frei. Egal, was kommt, Auto, Wohnungskauf, Krankheit.. mit 50k kommt man schon weit. Habe die Wochenzahl auf 35h reduziert.
    Jetzt geht es langsam auf die 100k zu, gedanklich ein großer Meilenstein. 6-stellig.

    Das was emotional danach kommt, muss ich mal abwarten. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man von den Erträgen leben kann. Das ist dann sehr individuell, wann das kommt.

  4. Halte das alles für Quatsch.

    Habe deutlich über 500 TEUR und bin alles andere als frei.

    5 % Dividende brutto = 25 TEUR = ca. 19 TEUR netto

    Davon kann ich nicht die KV, Wohnung, Essen, Nahverkehr, Kleidung und halbwegs Leben für 2 finanzieren.

    Die Dividendensteigerung bei den meisten „sicheren / konservativen“ war in den letzten Jahren auch eher bescheiden.

    Da arbeite ich lieber weiter und kann auch mal ins Kino oder Essen gehen oder sogar beides.

    1. Hi Karl.
      Natürlich hängt es von der Lebenssituation ab.
      Wenn man z.B. mit Familie in München wohnt, kommt man mit solchen Summen weit.
      Allerdings sind 19k Netto ein Jahresgehalt in vielen Berufen.
      Auch ist man bei einer solchem Summe nicht mehr gezwungen nur des Geldes wegen zu arbeiten.
      Man kann sich auch einen Job suchen der einen wirklich erfüllt, auch wenn dieser nicht der bestbezahlteste ist.

  5. Hi Felix,

    bei der ersten „Stufe“ bin ich vollkommen bei dir. Ein gewisses Puffer auf der Seite zu haben fühlt sich sehr gut an und hat was von finanzieller Freiheit. Wenn noch dazu kommt, dass man gleichzeitig schuldenfrei ist, ist dieses Gefühl umso besser 🙂

    Darüber hinaus finanzielle Freiheit an ein Vermögen als Betrag zu knüpfen finde ich persönlich nicht immer einfach oder auch nicht wirklich vergleichbar. Wenn jemand zum Beispiel früh angefangen hat in Aktien zu investieren und das zu einem günstigen Zeitpunkt, so hat diese Person vielleicht heute ein Depotvermögen von €200,000 und eine Dividendenrendite von 6% p.a. (€1,000 pro Monat vor Steuern). Diese Person ist für mich deutlich finanziell freier/ unabhängiger als eine Person, die beispielsweise ein Eigenheim besitzt und der Wert des Eigenheims nach Abzug der noch ausstehenden Schulden den Betrag von €200,000 vielleicht sogar deutlich übersteigt.

    Ich selbst knüpfe es deswegen eher an den Betrag, der mir monatlich als Einnahmen aus Vermögen zur Verfügung steht. Also Geld, für das ich nicht mehr im „klassischen“ Sinn arbeiten muss.

    Es ist aber gut, dass du diesen Punkt ansprichst, denn viele realisieren glaube ich nicht, dass man sich relativ einfach und schnell gewisse Freiheiten schaffen kann und Freiheit nicht zwangsläufig Millionen auf dem Konto und der „Lambo-Malediven-Yacht-Monaco-Lifestyle“ bedeuten muss.

    Gruß, Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang 🙂
      Natürlich ist es von Person zu Person und von der Lebenssituation abhängig, wann sich jmd. als finanziell Unabhängig bezeichnen kann.
      Die Summen können stark variieren.
      Ich werde oft gefragt, was denn nun finanzielle Freiheit ist und wann genau man diese erreicht hat.
      Als Antwort gebe ich meist das wieder, was ich in diesem Artikel geschrieben habe.
      Sozusagen als grobes Konstrukt 🙂
      Das kann sich dann jeder seiner Situation nach anpassen.
      Zum Thema Immobilien: kurz gesagt bin ich momentan kein Freund davon – aber evtl. ändert sich das mal.

  6. Hi,
    eine schöne Definition. Finanziell frei muss eben nicht immer heißen, dass man von Kapital leben kann. Für manche bedeutet es eben schon, dass ein finanzielles Polster da ist. Und das ist toll!
    Für mich definiere ich FF dagegen, wenn meine *passiven* Einnahmen die Ausgaben übersteigen, als auch den Zeitpunkt der Mögl. Des Kapitalverzehrs auf lange Sicht mit einer Entnahme. Das ist einerseits deprimierend sein, weil es ein langer Weg ist das zu erreichen. Andererseits stellen sich Erfolge ein und man kommt dem Ziel schrittweise näher. Ob es dann wirklich gelingt ist eine andere Frage, dazu hält das Leben zu viele unsichere Variablen bereit. Wenn nicht, auch ok. Dann habe ich wenigstens einiges gespart. LG Johammes

    1. Hi Johannes!
      Bei deinem letzen Satz musste ich schmunzeln, weil du genau das sagst, was ich mir auch oft denke 🙂
      Selbst wenn etwas wirklich gravierendes passiert und ich die ‚finanzielle Freiheit‘ nicht erreiche, habe ich trotzdem eine Menge gespart, was sicher kein Nachteil ist.

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